Tierökologie

Für die Erfassung aller planungsrelevanten Tierartengruppen sowie der Biotoptypen und Vegetation steht ein Team von erfahrenen Biologen und Landschaftsentwicklern zur Verfügung, die eine qualifizierte Bearbeitung unter Berücksichtigung des aktuellen Standes der Wissenschaft garantieren.

Einen Schwerpunkt bildet die Erfassung der Fledermäuse in verschiedensten Planungszusammenhängen und im Rahmen von Forschungsvorhaben. Jahrzehntelange Erfahrung und innovative Methodenkonzepte unter Verwendung aktuellster Technik, u. a. für telemetrische Untersuchungen und die automatische Registrierung von Fledermaus-Rufaktivitäten, zeichnen uns aus.

 

 

Telemetrie von Bechsteinfledermäusen im FFH-Gebiet "Habichtswald" (DE-3713-302) bei Tecklenburg

Bestimmung des Erhaltungszustandes einer Wochenstuben-Kolonie im Rahmen des FFH-Monitorings und vor dem Hintergrund der Berichterstattungspflicht gegenüber der EU-Kommission


Ziel der Untersuchung war das Auffinden des aktuellen Quartiers einer in den Vorjahren bereits indirekt nachgewiesenen Wochenstubenkolonie der Bechsteinfledermaus in dem FFH-Gebiet "Habichtswald" sowie die Ermittlung der Anzahl der zugehörigen adulten Weibchen. Die Ergebnisse sollten als Grundlage für die langfristige Ermittlung des Erhaltungszustandes dieser Population im Rahmen des FFH-Monitorings dienen.

Die mit Hilfe von speziellen Fledermausfangnetzen während der Wochenstubenzeit gefangenen Weibchen wurden mit Sendern ausgestattet, die es ermöglichten, mittels Radiotelemetrie den jeweiligen Aufenthaltsort der Tiere zu bestimmen. Mit Hilfe dieser Methodik konnten die Wochenstubenquartiere ermittelt werden. Die mit einem Hautkleber aufgeklebten Sender fallen nach etwa acht Tagen ab, sodass eine längerfristige Beeinträchtigung der Fledermäuse ausgeschlossen ist. Nach der Ermittlung der Quartierstandorte, es handelt sich bei dieser Art immer um Baumhöhlen oder ausnahmsweise auch Vogelnistkästen, kann die Anzahl der in der Dämmerung ausfliegenden Tiere durch Zählung ermittelt werden. Da die Ausflugöffnungen häufig schwer einsehbar sind, hat sich unterstützend der Einsatz von Videokameras mit Infrarot-Aufnahmefunktion und Infrarot-Scheinwerfern bewährt.
Mit Hilfe des beschriebenen Untersuchungs-Designs konnte für das FFH-Gebiet "Habichtswald" eine Bechsteinfledermaus-Kolonie ermittelt werden, die mindestens 37 erwachsene Weibchen umfasst.
Mit der ermittelten Koloniegröße als Vergleichsmaßstab wird diese Bechsteinfledermauskolonie im Rahmen des Monitorings nun alle zwei Jahre auf ihren Erhaltungszustand überprüft werden.

Die Planung und Durchführung derartiger Projekte stellt hohe Anforderungen an die eingesetzte Technik sowie an die fachliche Qualifikation der Bearbeiter, vorwiegend speziell ausgebildete Biologen, Landschaftsökologen oder Landschaftsplaner. Der Umgang mit lebenden Fledermäusen erfordert sehr viel Erfahrung, die nur durch mehrjährige Praxis und Anleitung erworben werden kann. In den meisten Bundesländern wird ausgebildeten Fachkräften nach vorangegangener Prüfung der Kenntnisse ein Zertifikat ausgestellt, welches ihnen die Befähigung zum Umgang mit lebenden Fledermäusen bestätigt.